Schein des Realen 28. April bis 11. Juni 2007
Weil das Reale dem Menschen des vorigen Jahrhunderts nie real genug ist, um nicht doch als Schein verdächtigt werden zu können, werden immer wieder neue Methoden erfunden, um den Schein als Schein zu identifizieren, zu stellen, zu entlarven, um hinter dem Schein das ersehnte Reale doch noch erblicken zu bekommen. Badiou bezeichnet diese Art des Verhältnisses zur Wirklichkeit als „Passion des Realen“, die notwendig mit einem nie aufhörenden Verdacht einhergeht.
Auszug aus dem Text von
Dr. Noemi Smolik
, der im neuen Katalog erscheinen wird.
Im Atelier von Michail Pirgelis (Düsseldorf)
Michail Pirgelis
1976 geboren in Essen, aufgewachsen in Xanthi/Griechenland
1995-1996 Studium zum Vermessungsingenieur an der FH in Bochum
1997-2001 Studium der freien Kunst an der Ruhrakademie in Schwerte
Diplom im Oktober 2001 mit Auszeichnung
2003 seit 2003 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof.
Rosemarie Trockel und Prof. Martin Gostner
2007 Villa Romana-Preisträger
lebt und arbeitet in Düsseldorf
Er ist Deutschlands traditionsreichster Kunstpreis und seit dem 8. November 2006 stehen seine jüngsten Träger fest:
Michail Pirgelis
und weiteren drei Künstlern, wurde der
Villa Romana-Preis 2007
verliehen. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem mehrmonatigen Aufenthalt in dem Künstlerhaus in Florenz samt Atelier und monatlichem Stipendium. Mit ihrem charaktervollen Ambiente, großzügigen Arbeitsräumen und dem verwunschenen Garten ist die Villa Romana seit mehr als hundert Jahren ein Refugium der Kunst. Bis heute ist die Idee ihres Gründers Max Klinger lebendig geblieben, "talentvollen Künstlern Gelegenheit zu geben, in Ruhe und schöner Umgebung zu arbeiten". Die Unterstützung der Villa ist das älteste Beispiel für das kulturelle Engagement der Deutschen Bank und reicht bis in die 1920er Jahre zurück.
Stefan Demming
(* 1973 in Südlohn / Westf.)
2006 Diplom und Meisterschüler bei Prof. Jean-Francois Guiton , HfK Bremen
2005 Studienaufenthalt an der ESBAM Marseille (F)
2002/3 Auslandsaufenthalt bei V2_Organisation, Rotterdam (NL)
1999 Staatsexamen Kunst und Geschichte (Sek II)
2004 Studienstipendium des Cusanuswerks Projektstip. CBK und RKS (NL)
2002 OLB-Medienkunstpreis, European Media Art Festival, Osnabrück
2002 Bremer Videokunstförderpreis, Bremer Studienfondsstipendium
2001 Bremer Förderpreis für Bildende Kunst
2000 Deutscher Videoinstallationspreis der Stadt Marl
2004 Die halbe Wahrheit, Städtische Galerie Bremen 2003 Videokunstförderpreis, Neues Museum Weserburg
2002 changing, Galerie im Park, Bremen
2005 Visitors of the straw heart, Galerie im Park, Bremen
Thomas Egelkamp
*1962, Studium der Malerei, Freie Kunst an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Aufbaustudium der Kulturpädagogik, lebt als freischaffender Künstler in Bonn.
Künstlerische Leitung der Werkstatt für Kunst (arte fact bonn)
Leitung des Instituts für Kunst im Dialog (art in dialoque) an der Alanus Hochschule
Dozent für experimentelle Zeichnung an der Europäischen Kunstakademie TrierAusstellungen, Lesungen und Aktionen sowie Arbeitsaufenthalte und Seminare im In- und Ausland.
Zu der Arbeit von
Thomas Egelkamp
ein spiegelbild verweist auf die existenz einer wirklichkeit außerhalb der realität. das, was sich spiegelnd entfaltet, ist eine ansammlung illusionärer erscheinungen. wie morgens der blick in den spiegel: kurzes nachdenken über die täuschungen eines nächtlichen traumes. eine reflektion auf dem küchenfenster undefinierbare lichtflecken vor meinen augen. ein sich spiegelndes bild auf einer nassen fahrbahn:ein dahin flüchtender moment der erinnerung. selbst der gedanke läßt sich spiegeln und wie sich der raum durch einen spiegel optisch vergrößert, gewinnt der gedanke durch sein gespiegeltsein eine erweiterung seines inhaltes. aus einem stein wird eine blüte, die strahlenförmig sich wiederum in ein rad verwandelt. das rad, das sich dreht, wird zu einem wilden strudel. der strudel der aus unzähligen verwirrungen besteht, zieht jede vernunft in die tiefe. dort tief am grund des sees entwirft der verwirrte gedanke eine neue begrifflichkeit.
Ausschnitt einer Arbeit von Thomas Egelkamp.
