Don't hate me because I'm beautiful.
So -Young Park, My Zone, Öl auf Baumwolle, 150 x 210cm, 2007
Matthias Galvez | Sae Esashi | So-Young Park
Caspar Pauli | Laura Strasser
Ausstellung von 17. Nov.‘07 bis 19. Jan.‘08
Sae Esashi, Übungen im Berg, Öl auf Leinwand, 90 x 100cm, 2007
Matthias Galvez, Der Abend, Öl auf Baumwolle, 160 x 190cm, 2007
Caspar Pauli, Selbstbräuner, Gouache, Lack auf Baumwolle, 244 x 147cm, 06
Laura Strasser, Häckeltrauma, unglasiertes Porzellan, 2007
Don’t hate me because I’m beautiful
Die Schönheit in der Kunst - die Frage nach ihr und die Suche nach der Antwort.
Kann eine Antwort auf die Frage nach Schönheit in der Kunst figurative Malerei sein? Seit einigen Jahren erlebt diese Form der Malerei eine regelrechte Renaissance und erregt damit viel Aufmerksamkeit. Mit der Präsentation vier junger figurativ malender Künstler versucht E 105 dieser Frage nachzugehen.
Digitalisierte Fotografien oder auch computergenerierte Skizzen sind die modernen Grundlagen für die Bildentwürfe, die
So Young Park
später in großformatige Malerei umsetzt. Im Bild „Spieler“ räkelt sich die Comicfigur der Betty Boop vor einer komplex gestaffelten Interieurszene. Park kleidet hier den überdimensional großen Kopf der Comicschönheit mit Ornamenten aus – als plakatives Stilmittel zu verstehen, um die „Schönheit“ der Figur zu transportieren. So Young Park, 1971 in Seoul/Südkorea geboren, bis 2006 Meisterschülerin bei Daniel Richter, danach Schülerin von Robert Lucander an der UDK in Berlin.
Die 1980 in Osaka/Japan geborene Künstlerin
Sae Esashi
setzt auf den ersten Blick einen Antipol zur Schönheit mit ihren Bildinhalten. In „Bohnenkatastrophe“ laufen teils mit Gasmaske bekleidete Menschen eine wüste Straße entlang, doch kleine helle Tupfer verstreuen sich über die dunkle Bildfläche und bilden so, obwohl als Vorbote einer Katastrophe gemeint, einen wohltuenden Mittler zwischen Bild und Betrachter. Sae Esashi hat an der UDK Berlin Malerei studiert und ist seit 2007 Meisterschülerin bei Valérie Favre.
Der Hauptschwerpunkt in dem Werk von
Matthias Galvez
liegt in dem Wechselspiel zwischen dem realistischen Aufzeigen gesehener Elemente und deren Verknappung. So dient ihm oft das Porträt eines lebenden Modells als Bildgrundlage, um dann später durch Andeutungen von Geschichten und Situationen in einen narrativen Zusammenhang gebracht zu werden. Matthias Galvez ist 1974 in Berlin geboren und nach seinem Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee seit 2007 Meisterschüler bei Werner Liebmann.
Flohmärkte und Haushaltsauflösungen dienen
Caspar Pauli
nicht selten als Inspirationsquelle. Gerne löst er Figuren auf Fotos alter Familien- oder Urlaubsalben aus ihrem ursprünglichen Kontext und generiert völlig neue Bildinhalte. In seinem Zyklus „Selbstbräuner“ zeigt Pauli Touristen - Figuren und deren Sehnsucht nach dem versprochenen Schönen, das selber nicht zu sehen ist. Eine Umkehrung: der Tourist selber wird zur Attraktion. Caspar Pauli ist 1984 in Köln geboren und hat 2006 sein Studium der Malerei an der Alanus Hochschule in Bonn Alfter abgeschlossen.
Pozellan – im Rokkoko ehemals der Inbegriff des Schönen und Wertvollen und Sammelobjekt an den Fürstenhöfen – das ist der Werkstoff der Produktdesignerin
Laura Strasser
. In „Häkeltrauma“ verbindet Strasser weiche Garne mit Porzellan und schafft so ein Objekt der Illusion. Häkelarbeiten als Modelle werden in Schlicker getaucht und dann gebrannt, zurück bleibt der Abdruck des Garns in Porzellan – ein fragiles Stück optischer Täuschung. Laura Strasser ist 1981 in Frankfurt am Main geboren und studiert seit 2002 Produktdesign an der Bauhaus-Universität in Weimar.
