Bauhaus / Weimar - Rietveld / Amsterdam
Die vergangene Ausstellung, die vom
6. September bis zum 31. Oktober 2008
zu sehen war, trug den Titel
„Bauhaus – Rietveld“
und thematisierte die Idee des Gesamtkunstwerks. Die von uns präsentierten Studenten und Absolventen der Bauhaus Universität Weimar und der Rietveld Academy Amsterdam haben sich dezidiert in jeweils einem zusammenhängenden Raum mit dem Zusammenspiel von Kunst, Design und Architektur auseinander gesetzt. Die Ausstellung wurde von der zentralen Fragestellung getragen, inwiefern das Thema Gesamtkunstwerk – nach dem Verständnis in dem Zusammenhang mit Rietveld und Bauhaus – (noch) zeitgenössisch interpretierbar ist.
Als special guest wurde der Bonner Künstler
Christoph Dahlhausen
eingeladen, der in einigen aktuellen Arbeiten und Editionen mit dem Raum
zu spielen weiss.
Die Verknüpfung der Idee des Gesamtkunstwerkes mit dem Bauhaus ist immer auch eine Schöpfung der Rezipienten, der Sicht der anderen auf es selbst. Die drei Studierenden der Sektion Produktdesign
Philipp Böhm
,
Lisa Dinges
und
Philipp Schöpfer
,
koordiniert von Kathie Stertzig und Prof. Gerrit Babtist
, setzen sich mit diesem Thema in Form eines viertägigen Workshops auseinander. Zu diesem Workshop sind Studierende der anderen Fachbereiche eingeladen. In unserer Ausstellung waren die Arbeiten zu sehen sein, die innerhalb dieses Workshops entstanden sind.
Die Ideen entstehen während eines Werkshops in Weimar.
Die Ideen werden in Weimar getestet.
Die Ideen werden innerhalb einer Woche im E105 in Bonn umgesetzt.
Elmo Vermijs (Alumnus Architektur), Eva Heisterkamp (Alumnus Textil) und Judith Montens (Alumnus DesignLab), koordiniert von Sophie Krier , nähern sich dem Thema von einer anderen Seite: sie entwerfen in einem ersten Schritt ihre eigenen Welten, verschaffen ihnen einen Kontext im Raum. Das Gesamtkunstwerk wird sich durch die Verbindung dieser Welten offenbaren:
videostill copyright: bruno vermeersch, sophie krier
Elmo Vermijs
(Alumnus Architektur),
Eva Heisterkamp
(Alumnus Textil) und
Judith Montens
(Alumnus DesignLab), koordiniert von Sophie Krier, nähern sich dem Thema von einer anderen Seite: sie entwerfen in einem ersten Schritt ihre eigenen Welten, verschaffen ihnen einen Kontext im Raum. Das Gesamtkunstwerk wird sich durch die Verbindung dieser Welten offenbaren: Elmo Vermijs‘ vor Ort entworfene Konstruktion aus Holzlattenkisten bildet einen Raum im Raum zum Durchwandern. „I want to react physically on the spot.“ Judith Montens‘ fragile Keramik-Schubladen, die ineinander verschachtelbar sind und den Auslageraum für ihre Kollektion des Wunderns bilden, nähern sich dem von Vermijs entworfenen Raum an, wirken fast so, als lägen sie sich auf ihm ab: “I would like to be their ornament.” Eva Heisterkamp reflektiert anhand einer fotografischen Spurensuche die sozialen Einfamilienhaussiedlungen des Bauhauses in Dessau. Sie nähert sich dieser Formenstudie in zweierlei Hinsicht: zum einen auf der äußerlichen Ebene, der architektonischen und zum anderen auf der inneren menschlichen Ebene. „I want to study their form language. “ Das verbindende Element dieser drei Arbeiten liegt auf der Meta-Ebene: die verwendeten Materialien, die uns aus dem Alltag vertraut sind, werden transformiert und erhalten eine gänzlich neue Bedeutung durch diese Veränderung des Kontexts und ihrer Funktion.
Eine Arbeit von Christoph Dahlhausen
Christoph Dahlhausen
ist ein Spezialist für Fassaden, art in architecture, Glaswände, Installationen und Kunst am Bau - Projekte. Es versteht sich, dass der Künstler nicht im kleinen Format denkt, sondern in großen, neuen Ordnungen, in deren Mittelpunkt das Licht und das Glas stehen. (...) Er lässt das Licht für sich malen, deshalb braucht er nicht den Pinsel und die Palette. Er kann virtuos mit alten Räumen ebenso umgehen wie mit neuen Räumen, indem er das Licht im Raum aktiviert. (...)
Christoph Dahlhausen Bilder sind keine Dekoration, die Kunstwerke sind nicht realistisch, nicht abstrakt, sie sind autonom und zugleich integraler Bestandteil. Das gibt den Arbeiten etwas sehr permanentes, der Charakter ist auf lange Zeit hin ausgerichtet. Man hat das Gefühl, die Arbeiten müssten an ihrem Ort bleiben, gehören zu ihm. Sie zeigen sozusagen eine sich dauernd verändernde lebendige Geschichte. Sie sind ein Prozess, der Zeit braucht, um nach allen Seiten und Möglichkeiten hin ausgelotet zu werden. Denn der Raum wird positiv aufgeladen, die Kunst am Bau führt zu Reibung. Doch auch wenn die Arbeiten wieder verschwunden sein sollten, wird der Betrachter diesen neu gestalteten Raum in seiner Erinnerung in sich tragen. Kein Moment der Geschichte ist unkenntlich zu machen. Dies gilt insbesondere für die großen Installationen, auch wenn sie, wie in vielen Arbeiten von Christoph Dahlhausen, nur auf Zeit hin angelegt sind. (...)
Prof. Dr. Dieter Ronte (Juni, 2008)
