BallonmannKopfgänger

Michael Sistig, Martin Galle

Malerei von Martin Galle, Malerei und Skulpturen von Michael Sistig.

Samstag den 09. Januar 2010 war Stephan Strsembski,
Direktor i.V. Kunstverein Bonn im Gespräch mit den Künstlern.

BallonmannKopfgänger / Malerei von Michael Sistig und Martin Galle
Generalanzeiger-Bonn / Christina zu Mecklenburg (09.12.2009)

Martin Galle und Michael Sistig sind die heimlichen Stars der Bonner Galerie E 105. Der Leipziger Galle studierte bei Neo Rauch (Leipzig), derweil der Bonner Sistig in Düsseldorf bei Albert Oehlen und Peter Doig besuchte.
Gemeinsamer Nenner der beiden Maler bilden experimenteller Elan sowie eine weitgehend gegenständliche Bildwelt. Wie extrem kontrovers sie sich an das Thema Wirklichkeit heranpirschen, vergegenwärtigt das Doppelsolo "BallonmannKopfgänger".
Knallblauer Himmel, an Zuckerwatte erinnernde Wolkengebilde, eine mit Ölfarbspuren übersäte Asphaltstrasse, am Rand die Staffage einer überdimensionalen Softeisreklame, die schmucke Fassaden von Kirmesbuden: Mit diesem heiteren Vorspiel feuert Galle seinen zusehends wilderen (einen Leipziger Rummelplatz erkundenden) Abenteuerrausch an.
Ausgelöscht sind in diesem famosen Zyklus die Grenzen zwischen: Traum und Wirklichkeit, Sein und Schein, Spiel und Ernst, Kunst und Künstlichkeit, Alltag und Ausnahmenzustand.
Das hier waltende Charakteristikum Magie schlägt die Brücke zu einem Gemäldeimperium, das einen abrupten Kurswechsel mit sich bringt: auf monströse Leinen- oder Holzgründe bannt Sistig die atemberaubende Dramatik seiner heroisch aufgeladenen Naturräume. Altmeisterliche Malkulturen flackern nicht nur auf in von Irrlichtschimmern und Wetterleuchten heimgesuchten Gebirgszügen, Schluchten, Tal- und Vulkangebiete und Wasserfluten.